Aurora

Ein besonders faszinierendes Naturphänomen ist das Polarlicht. Seit der Antike bekannt, ranken sich – fernab einer wissenschaftlichen Erklärung – ziemlich viele romantische Erklärungsversuche und Mythen um das Lichtschauspiel am Nachthimmel. Den Legenden der Eskimos nach z.B. wird das Polarlicht dadurch hervorgerufen, dass die Geister der Verstorbenen am Himmel Ball spielen, wobei ein hin und her geworfener Walrossschädel das Leuchten erzeugt.

Heute ist man von dieser etwas skurrilen Deutung abgekommen und weiß, dass Polarlicht durch eine hauptsächlich aus Elektronen und Protonen bestehende Teilchenstrahlung, dem sogenannten „Sonnenwind“, hervorgerufen wird. Diese, von der Sonne ausgehende Teilchenstrahlung trifft auf das magnetische Feld der Erde und „verbiegt“ dieses, so dass das Feld zur sonnenabgewandten Seite wie ein Kometenschweif hinausgedrückt wird. Soweit – so unromantisch.

Der Polarexpress

Romantischer hingegen als die wissenschaftliche Deutung ist die Betrachtung von Polarlichtern. Viele Menschen zieht es dazu in den hohen Norden, am besten unternimmt man dazu eine Reise mit dem Polarexpress. Diese ganz besondere Eisenbahnroute führt über eine Strecke von 1.550 km von Stockholm nach Narvik. Im Panorama-Abteil des Zuges kann man tagsüber den malerischen Ausblick über die schwedische und norwegische Landschaft und nachts den Zauber der Mitternachtssonne und der Polarlichter genießen.

Aurora borealis & Aurora australis

Das Nordlicht, Aurora borealis, kennen die meisten, aber wussten Sie, dass man auch in der südlichen Hemisphäre ein ebensolches Phänomen beobachten kann? Südlicht, Aurora australis, ist zwar weit weniger bekannt als die Aurora des Nordens, aber ist deswegen ganz sicher nicht weniger spektakulär. Aurora australis zu beobachten ist ein wenig komplizierter, aber es gibt auch hier ein paar Orte die sich hervorragend zur Betrachtung eignen:
– Australien
Australien bietet gleich einige Orte, um das Südlicht zu beobachten, beispielsweise in der Nähe von Melbourne, auf der Mornington-Halbinsel. Auch Tasmanien eignet sich ausgezeichnet für die Beobachtung. Die ideale Reisezeit für die Aurora australis in Australien liegt zwischen Juni und August.
– Ushuaia
Ushuaia mag als Reiseziel eher exotisch anmuten, aber auch dort, im Süden Argentiniens, ist ein guter Ort für die Beobachtung. Ushuaia teilt sich zusammen mit Puerto Williams den Titel der südlichsten Stadt der Welt und beeindruckt mit atemberaubenden Landschaften, einer vielfältigen Tierwelt und einem hervorragenden Blick auf die Aurora australis.

Die Farbe des Polarlichts

Die üblichen Farben des Polarlichts sind rot, grün und blau. Daraus entstehen dann Mischfarben wie violett, weiß und manchmal auch gelb. Welche Farben entstehen hängt von den unterschiedlichen Bestandteilen der Atmosphäre ab und auch von der Höhe, in der sich das Schauspiel ereignet. Grüne Polarlichter werden üblicherweise durch Sauerstoff in einer Höhe von circa 80 bis 150 Kilometern hervorgerufen. In einer Höhe zwischen 150 bis 600 Kilometern entstehen durch Stickstoffatome rote und blaue Farben.