Nicht genug Energie gehabt…?

Manchmal könnte man glauben, dass bei einem Fußballspiel wahre Wunderheiler am Werke sind. Da wird ein Spray versprüht und schon wenige Minuten später steht der verletzte Spieler wieder auf dem Feld und kickt, als wäre nichts gewesen.

Dieses wunderliche Spray ist gar nicht so wunderlich, denn hier wird sich lediglich eine simple physische Reaktion zu Nutze gemacht: Kommt es zu einer Verletzung, z.B. beim Sport, bedeutet dies aus physiologischer Sicht eine starke Durchblutung der Kapillaren und einen erhöhten Durchfluss des Blutes. Hier kommt das Eisspray zum Einsatz: Durch die niedrigen Temperaturen des Eissprays – diese liegen bei minus 40 Grad – wird bewirkt, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen, wodurch der Durchfluss des Blutes gebremst wird. So werden die Erwärmung, die Rötung und der Schmerz an der verletzten Stelle zunächst gedämpft, denn durch die Kälte wird die Nervenleitgeschwindigkeit herabgesetzt, sodass schmerzauslösende Informationen über die Nervenbahnen nur verzögert übermittelt werden.

Inhaltsstoffe

Eissprays enthalten in der Regel flüssige Gase wie: Butan, Pentan oder Propan. Oftmals auch ein Gemisch aus diesen dreien. Häufig wird den Eissprays auch pflanzliches Menthol beigemischt, das temperaturempfindliche Nervenenden zusätzlich reizt und dadurch die eigentlichen Schmerzen der Verletzung überlagert. Mit Eisspray lassen sich so Prellungen, Zerrungen oder Verstauchungen wirksam behandeln – hier ist von Vorteil, dass das Eisspray schneller wirkt als Schmerztabletten oder Salben.

Anwendungshinweise

Beim Sprühen sollte man jedoch darauf achten, dass ein Sicherheitsabstand von ca. 30 Zentimetern eingehalten wird. Zudem ist es wichtig, das Spray nicht zu lange auf die verletzte Stelle zu sprühen, da es sonst zu Erfrierungen kommen kann. Keinesfalls darf man Eisspray in die Augen oder auf offene Wunden sprühen, da dies schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben kann. Das Eisspray ist allerdings nur eine erste Maßnahme, denn es betäubt den Schmerz lediglich. Wer eine Prellung oder einen Bluterguss wirklich loswerden möchte, sollte sich stattdessen an die sogenannte PECH-Regel halten: sofort pausieren (P), kühlen mit Eis (E), Kompression mit einem Verband (compression: C) und hochlegen (H). Je nach Grad der Verletzung sollte man auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.