Elektroschiffe – Die Zukunft der Seefahrt wird umweltfreundlich

Auf hoher See sowie im Straßen- und Luftverkehr gilt: Die Nutzung von Diesel als Treibstoff ist ein großes Umweltproblem und sollte längst ausgedient haben. Die Lösung ist – und kann auch in Zukunft nur sein – hier auf Hybrid- oder Elektroantrieb zurückzugreifen. Die Reedereien bieten auch derzeit bereits Lösungsmöglichkeiten an, die Entwicklung hin zum umweltfreundlichen Luxus-Kreuzfahrtschiff ist bereits im Gange.

Einige Fähren können es schon. Viele Luxuscruiser rüsten nach. Batterien statt Öl lautet die Devise. Die Schiffe die sich aktuell im Bau befinden, greifen bei ihrem Antrieb zumindest zu einem Teil auf Batterien zurück – dies gilt für lokale Autofähren wie große Passagierschiffe, die die Weltmeere befahren gleichermaßen. Nicht nur die industrielle Schifffahrt muss umdenken, sondern auch die Tourismusbranche, denn die großen Kreuzfahrtschiffe sind alles andere umweltverträglich. Die meisten Dampfer fahren mit Schweröl, dem brackigen Rest aus der Erdölraffinerie. Außerdem stammen 15 Prozent der globalen Stickoxidemissionen aus der Schifffahrt, dazu 2,2 Prozent des Kohlendioxidausstoßes.

Skandinavien weit vorn

Beim Umschwung auf Stromantrieb hat Norwegen die Nase vorn. Grund dafür ist das Gesetz, dass neue Fährschiffe keine Emissionen mehr verursachen dürfen. Sie müssen also Batterien benutzen oder auf Hybridtechnologien setzen. Im Sognefjord, an der Küste Norwegens, kann man das Gesetz bereits in Aktion erleben: Die 80 Meter lange Autofähre „Ampere“ ist dort Tag für Tag komplett elektrisch unterwegs und bietet dabei Platz für 120 Autos. Die sechs Kilometer lange Strecke legt sie leise und komplett rußfrei in 20 Minuten zurück. Den Strom liefern Lithium-Ionen-Akkus mit einer Kapazität von 1000 Kilowattstunden. Bei jedem Halt zapft die Fähre Strom aus der Leitung und lädt die Akkus so zehn Minuten lang auf. Sie kann 34 Fahrten pro Tag erledigen und dabei eine Million Liter Diesel im Jahr einsparen.

Japan will mit dem „Ecoship“ zum „grünsten Kreuzfahrtschiff der Welt“

Das „Ecoship“ befindet sich derzeit noch in der Planungsphase, soll aber ein Kreuzfahrtschiff werden, das Seinesgleichen sucht. Inspiriert durch das fortschrittlichste und anpassungsfähigste System von allen – unsere Biosphäre – beruht das „Ecoship“ in Form und Funktion auf Vorbildern der Natur. Es soll – laut der Konstrukteure – ein Flaggschiff gegen den Klimawandel werden. Das „Ecoship“ kann durch die Kombination von Energieeffizienz, neuen Technologien und Hybridantrieb bis zu 40 Prozent an Emissionen einsparen. Es besitzt einen Hybridmotor und kann damit sowohl mit Diesel als auch mit dem wesentlich umweltfreundlicheren Flüssigerdgas (Liquified Natural Gas) angetrieben werden. Das soll den Spritverbrauch um 20 Prozent reduzieren und sorgt im Gegensatz zu vergleichbar gebauten Schiffen für 40 Prozent weniger CO2-Ausstöße. Zum Antrieb und zur Stromversorgung des 224 Meter langen Kreuzfahrtschiffes tragen außerdem Sonnenenergie sowie Windkraft bei. Auf den Decks soll eine rund 6.000 Quadratmeter große Solaranlage rund 750 Kilowatt Energie liefern. Zehn feste Segel sorgen bei günstigem Wind entsprechende Unterstützung.
Das „Ecoship“ geht sogar noch einen Schritt weiter und hat sich dem Konzept von „Zero Discharges und Zero Waste“ (keine Abwässer und kein Abfall) verschrieben. Es soll weniger Müll produziert und keine schädlichen Abwässer in die Meere gepumpt werden. Darüber hinaus möchte das „Ecoship“ so etwas wie ein schwimmendes Labor der Nachhaltigkeit sein und zur Ozeanforschung sowie zur Entwicklung grüner Schifffahrttechnologie beisteuern.
Bereits im Jahr 2020 sollen die Pläne keine Pläne mehr sein und das „Ecoship“ soll pünktlich zu den Olympischen Spielen in See stechen.