Nicht genug Energie gehabt…?

Respekt, wer sich nach Feierabend und am Wochenende noch handwerklich in den eigenen vier Wänden austobt. Viele Ideen dazu gibt es kostenlos im Internet: Eine beeindruckende DIY-Community, zu der täglich neue Blogger hinzukommen und die Anleitungen für neue DIY-Projekte direkt online zum Download anbieten. Spätestens dann merkt man: Heimwerken liegt voll im Trend.

Heimwerken: Freude an „Do it yourself“

Als Heimwerken bezeichnet man alle nicht beruflich ausgeübten handwerklichen Tätigkeiten in und an den eigenen vier Wänden unter dem Motto „Do it yourself“, abgekürzt DIY. Der fleißige Heimwerker hat es sich zum Ziel gesetzt, Schäden zu reparieren, zu renovieren, den Wohnraum zu vergrößern, einzurichten sowie zu verschönern. Außerdem kann das Ziel von einem DIY-Projekt auch sein, den Wohnkomfort oder die Sicherheit zu erhöhen, sowie den Verbrauch von Energie und Wasser oder sonstige Betriebskosten zu senken. Selbstverständlich wird Heimwerken nicht nur zu diesem Zweck ausgeübt, sondern es dient auch dem Ausleben von Kreativität und der Verbesserung der Koordination sowie der Schulung des logischen Verständnisses.

Alleine schaffen macht stark

Was macht man nach einer stressigen Arbeitswoche voller Termindruck und Überstunden? Um ein wenig abzuschalten, verbringen immer mehr Menschen ihre Samstage im Baumarkt. Zuhause muss mal wieder so einiges auf Vordermann gebracht werden – nicht nur das, was unter der Woche liegengeblieben ist. So steht Frau oder Mann stundenlang Schlange im Baumarkt, damit man ihnen Wandfarbe anrührt, eine Schleifmaschine erklärt oder einen Presslufthammer ausleiht.

Woher kommt der Wunsch nach DIY?

Seit den 1970er Jahren trieb die Kritik am Überfluss und am Kapitalismus viele Deutsche dazu, sich aufs Essenzielle zu besinnen und selber zu heimwerken, statt sich einfach zurückzulehnen und es andere machen zu lassen. Dieses Essentielle, dieses Selbermachen und selbst erschaffen, ermöglicht dem Heimwerker wieder eine enge Beziehung zu seinem Schaffen und dem Ergebnis seiner Arbeit. Viele Berufe sind sehr abstrakt geworden, sodass es oft keine Beziehung zum Ergebnis der Tätigkeit gibt. Die meisten Menschen möchten das Ergebnis ihrer Arbeit sehen können – Heimwerken hilft ihnen dabei.

Expertenstatus: Heimwerker

Die große DIY-Community bestärkt darin und jeder Heimwerker, der in den eigenen vier Wänden arbeitet wird schnell zum Experten – Psychologen sehen darin einen der Gründe, warum DIY so beliebt ist. Jeder Heimwerker kann, wer es ernst meint, in Haus und Garten vergleichsweise schnell Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben, mit denen sich Eindruck schinden lässt. Und nicht nur Eindruck schinden: Berufshandwerker wie Heimwerker genießen einen guten Ruf, weil sie direkte Lösungen liefern können, ohne die man oft aufgeschmissen wäre. Ein Heimwerker ist gerade in den Augen von Familie und Freunden stark wertgeschätzt, denn er ist jemand, die sich kümmert und engagiert, jemand der es selbst anpackt anstatt nur zu reden.

Allerdings: Bei Arbeiten mit Strom oder Gas sollten Sie lieber einen Fachmann zu Rate ziehen. Hier droht unter Umständen nicht nur Lebensgefahr, sondern diese Handlung als Laie zu tätigen gilt als grob fahrlässig und bei einem Defekt oder Unfall haftet die Versicherung nicht.