Nicht genug Energie gehabt…?

Jetzt, wo der Herbst bei uns so langsam Einzug erhält, macht man sich, wie jedes Jahr, auf die Suche nach dem kuscheligen Woll-Pulli, den wärmenden Socken und dem XXL-Schal, der sich auch perfekt als Kleid tragen ließe. Wer es kann, der hat vielleicht schon das Handarbeitszeug hervorgekramt und strickt schon fleißig an der neuen Woll-Mütze.

Stricken ist alles andere als altbacken, Handarbeit ist nie aus der Mode gekommen. Um die Wolle und das Stricken ranken sich Geschichten, die so alt sind wie die Menschheit selbst. Wir haben uns mal umgehört und präsentieren die folgenden interessanten Fakten rund um die Wolle und das Stricken.

Seit wann wird gestrickt?

Niemand weiß, wie alt das Stricken genau ist. Es wird angenommen, dass das Stricken älter als Häkeln und jünger als Weben ist. Von einem archäologischen Fund solcher Natur bleiben nämlich nur noch die Nadeln über – nicht aber das Gestrickte selbst. Spitze Stäbe, die an Ausgrabungsstätten gefunden worden sind, könnten somit Stricknadeln sein – oder auch etwas komplett anderes. Es gibt eine Handarbeitstechnik mit Nadeln, die Stricken sehr ähnlich ist, jedoch um einiges älter: Nålebinding. Das ist Dänisch und steht für Nadelbinden. Bei dieser Technik wird nur eine Stricknadel verwendet und es ist eine Mischung aus Stricken und Häkeln.

Die ersten Nadeln aus Elfenbein, Knochen und Schildkrötenpanzer

Diese frühen Nadeln wurden entworfen, um strapazierfähig zu sein und das Stricken zu vereinfachen. Inzwischen werden Nadeln aus einer großen Palette von Materialien, zum Beispiel Plastik, Aluminium, Bambus oder Holz, hergestellt.

Maschinelles Stricken seit 1589

Die Strickmaschine wurde von dem englischen Geistlichen William Lee erfunden und hat die Strick- und Kleidungswelt nachhaltig verändert. Das Geschäft mit Stoffen wurde zu einer Industrie, womit das Herstellen von Strickarbeiten per Hand zu einer Freizeitbeschäftigung wurde.

Stricken ist gesund

Immer wieder belegen Studien, dass Stricken den Blutdruck und die Herzfrequenz senkt sowie einen positiven Einfluss auf die seelische Gesundheit hat. Stricken erzeugt eine Entspannung des Körpers, was beim Vorbeugen von Krankheiten helfen kann.

Die ersten Strickanleitungen im 17. Jahrhundert

Das Buch wurde 1611 von Johann Siebmacher veröffentlicht und enthält 126 Seiten mit Anleitungen und Farbmustern. Von simplen Motiven bis Wandteppich ähnlichen Bildern ist alles dabei und wurde von Hand gezeichnet.