World Emoji Day 2018

Zunge raus, Daumen hoch, Pommesgabel zum Gruß, Wetter, Sport, Berufe, Hobbies, Gebäude, Flaggen – bunt, ein bisschen schrill und nicht mehr aus der digitalen Kommunikation wegzudenken. Mit den Emojis kann so manch langer Text einfach unter den Tisch fallen. Aber woher kommen sie eigentlich und wer entscheidet, welche es in die „Messenger dieser Welt“ schaffen?

Betrachtet man die Geschichte der bunten Emoji-Welt, so sollte man zuerst einmal zwischen Emoji und Emoticon unterscheiden. Ein Emoji ist ein Piktogramm, das vorwiegend im Chat verwendet wird. Emojis sind – im Gegensatz zu Emoticons – nicht nur auf das Ausdrücken von Emotionen reduziert, sondern können z.B. auch Begriffe aus den Themenbereichen „Essen“, „Wetter“ oder „Tiere“ als Bild wiedergeben. Diese zwei unterschiedlichen Arten von „Smileys“ haben jeweils ganz eigene Entstehungsgeschichte

Das Emoticon

Die Geschichte des Emoticons beginnt im Jahr 1982 und zwar mit der Tastenkombination „:-)“. Offiziell vorgeschlagen die Nutzung dieses Piktogramms der amerikanische Informatik-Professor Scott Fahlman. Er wollte so besser ernste von humorvollen Beiträgen in digitalen Diskussionen unterscheiden können, „:-)“ war für ihn quasi als Markierung eines Witzes gedacht. Daraus entwickelte sich dann im Laufe der Zeit ein großes Arsenal an Stimmungsbildchen mit der Absicht, eben jene Stimmungen möglichst universell verständlich zu übertragen.

Das Emoji

Das Wort Emoji kommt aus Japan und bedeutet Piktogramm. Dort wurden die Bildzeichen Ende der 90er-Jahre von Shigetaka Kurita für die Kommunikation via Handy entwickelt. Nutzer hatten damals durch die Verwendung von Emojis die Möglichkeit, Handy-Kurzmitteilungen mit bildhaften Symbolen anzureichern. Kurita experimentierte dafür zunächst mit Wetter-Symbolen. Ein kleines Sonnen-Bildchen und ein aufgeklappter Regenschirm waren die ersten Emojis. Schnell kamen weitere Bilder hinzu, z.B. ein lachendes Gesicht und ein Herz. Insgesamt entwarf Kurita 176 Emojis.

Der Emoji-Triumph

Die Emojis waren von Beginn an nicht einheitlich kodiert, ein Smiley auf der einen Plattform konnte durchaus auf einer anderen nicht richtig angezeigt werden, viele Mobilfunkprovider schufen ihre eigene kleine Symbol-Auswahl. Waren es zu Beginn lediglich 176 verschiedene Zeichen, waren 2010 schon über 700. Die starke Ausbreitung und Vereinheitlichung der Emojis war vor allem durch die Übernahme in Unicode bedingt: Seit 2010 werden alle Emojis werden vom Unicode-Konsortium designed, genehmigt, vereinheitlicht und veröffentlicht. Das Konsortium muss ebenfalls sicherstellen, dass die Emojis auf verschiedenen Plattformen und Geräten dargestellt werden können.

Andere Länder, andere Emojis

Je nach Kulturkreis werden verschiedene Emojis unterschiedlich oft verwendet. Laut einer Studie werden von arabischsprachigen Ländern Pflanzen und Blumen etwa viermal öfter verwendet als in den anderssprachigen. Die Australier nutzen – verglichen mit dem Rest der Welt – doppelt so häufig alkoholische Emojis, Franzosen schicken viermal häufiger Herz-Symbole. In unserer deutschen Emoji-Kommunikation ist die Verwendung des Tieres „Maus“ häufig. Ob das am Kosenamen liegt, konnte die Studie nicht aufdecken.