Der Martinstag – Der Tag des heiligen Sankt Martin

Am 11. November findet alljährlich in ganz Deutschland der Martinstag statt. An diesem Tag und um dieses Datum herum wird dem Heiligen Sankt Martin gedacht und so finden in vielen Regionen ihm zu Ehren Umzüge mit selbstgebastelten Laternen statt. Erwachsene spazieren mit ihren Kindern und den bunten Laternen durch die Straßen und singen Martinslieder. Allen voran ein Reiter in einem prachtvollen Mantel, der den heiligen Sankt Martin verkörpern soll. Aber was genau hat es mit dem heiligen Sankt Martin auf sich, wer war Sankt Martin?

Sankt Martin hieß eigentlich Martin von Tours und wurde 317 nach Christus geboren. Sein Geburtsort war Savaria, eine damals römische Stadt – heute zu West-Ungarn gehörend. Sein Vater war ein römischer Offizier und so musste auch Martin zum Militär. Gegen seinen Willen wurde er mit 15 Jahren als Leibwache Kaiser Konstantins befohlen.

Die eigentliche Martinsgeschichte, die auch in den Martinsumzügen dargestellt wird, ereignete sich als Martin 22 Jahre alt war. An einem sehr frostigen Wintermorgen kam Martin von einem nächtlichen Ritt zurück und traf am Stadttor auf einen Bettler, der vor Kälte fast erfroren und mit beinahe letzter Kraft zitternd vor im saß und ihn um eine gute Gabe bat. Da Martin gerade seinen ganzen Sold an hungernde Bauern verschenkt hatte, nahm er kurzerhand seinen weiten Mantel und halbierte ihn mit seinem Schwert. Eine Hälfte davon gab er dem Bettler, damit dieser nicht mehr frieren musste.

Seine Geschichte als Wohltäter und seine Nächsten liebender Christ sprach sich herum und so sollte Martin kurze Zeit nach der Geschichte mit dem Bettler zum Nachfolger des verstorbenen Bischofs von Tours ernannt werden. Doch Martin war ein sehr bescheidener Mensch, der ein solches Amt als Zuviel der Ehre ansah und sich vor den Menschen, die ihm die Nachricht überbringen wollten, im Gänsestall versteckte. In der Dunkelheit suchten sie ihn die Menschen und einige stimmten Lieder an. Erst als die Gänse laut schnatterten und ihn so verrieten, entdeckte man ihn und so wurde er im Jahre 371 nach Christus zum Bischof von Tours ernannt. Sein Andenken an ihn überdauerte die Jahrhunderte: So folgt man Sankt Martin noch heute mit Liedern und Laternen und lädt anschließend zum Gänseessen ein. Zum Abschluss gibt es häufig ein großes Martinsfeuer. Heutzutage erhalten Kinder in Westdeutschland dann einen Stutenkerl (westfälisch) oder Weckmann (rheinisch) aus Hefeteig mit Rosinen.