Internationaler Tag des Bieres 2018

Skål, Salute, Jamas, Kippis, À vôtre santé oder einfach Prost. Ein Bier oder zwei in geselliger Runde gehen immer. Egal, in welchem Land. Aber woher genau kommt eigentlich das Bier? Was sind die beliebtesten Sorten, wie groß ist die Auswahl und wer hat das Bier eigentlich erfunden? Kleiner Tipp: Die Schweizer waren es (vermutlich) nicht.

Die Geburt eines Hopfen-Gerste-Malz-Getränks

Es sprechen einige Fakten dafür, dass Bier zufällig „entdeckt“ wurde, als der Mensch begann Getreide zu seinem Speiseplan hinzuzufügen. Das war vermutlich als erstes bei den Sumerern vor mehr als 6000 Jahren der Fall. Bei der Brotherstellung kam es zu einem Gärprozess des feuchten Getreides und das war die Geburtsstunde des ersten Bieres. Erste keilschriftliche Aufzeichnungen beschreiben die Herstellung größerer Mengen, die nicht nur für Götter und Könige, sondern auch fürs Volk vorgesehen waren. Es sind auch Buchführungen über Abgabe von Getreide aus den staatlichen Lagerhäusern erhalten und darüber, wie viele Biersorten erzeugt worden sind.

Die Brautechnik

Bierarten werden hinsichtlich ihrer Brautechnik, bzw. Brauart unterschieden. Hier spielen vor allem die Gärtemperatur und die Eigenschaften der Hefestämme eine entscheidende Rolle. Man unterscheidet zwischen obergärigen und untergärigen Bieren. Erstgenannte werden etwa drei Tage bei 15 bis 20 Grad Celsius vergoren. Die Hefe sammelt sich am Ende der Gärung an der Oberfläche des Bieres. Hierzu zählen z.B. Altbier, Kölsch, Berliner Weiße und Weizenbier. Die andere Brauart bringt die klassischen untergärigen Biere wie z.B. Pils, Helles und Export hervor. In der Hauptgärung wird das Bier acht Tage bei Temperaturen von 4 bis 9 Grad Celsius vergoren und die Hefe sammelt sich am Boden. Dieses Verfahren konnte erst mit der Erfindung der Kältemaschine gelingen.

Bier in Deutschland: Die Sorte macht’s

Zwar gibt es hierzulande Hunderte unterschiedlicher Biersorten, doch des Deutschen Lieblingsbier heißt in aller Regel Pils. Das kennt man, da weiß man, was man hat. Aber wie schaut es mit anderen Biersorten aus? Wer bei der nächsten Runde nicht einfach wieder auf den Klassiker zurückgreifen möchte, der findet hier vielleicht die ein oder andere Inspiration.

Schwarzbier
Das sehr dunkle, vollmundige, malzbetonte Bier ist im Prinzip das Bier in seiner ursprünglichsten Form. Denn der Siegeszug der hellen Biere begann erst vor etwa hundert Jahren als die Brau- und Mälztechnologie sich so weit entwickelt hatte, dass es möglich wurde, auch mit hellem, weniger lang gedarrtem Malz zu brauen.

Altbier
Vom Brauverfahren her betrachtet ist das Alt wirklich älter als viele andere Biersorten. Es stammt, wie auch das Schwarzbier, aus der Zeit weit vor den technischen Kühlverfahren als zur Herstellung von Bier fast überall in Deutschland obergärige Hefe verwendet wurde, also nach der alten, obergärigen Brauart gebraut wurde. Im Gegensatz zum Schwarzbier wird das Alt fast ausschließlich in Düsseldorf und am Niederrhein getrunken.

Berliner Weisse
Berliner Weisse ist ein spritziges obergäriges Bier, das mit einer Mischung aus Weizen- und Gerstenmalz gebraut wird und lange lagert. Pur schmeckt die Berliner Weisse leicht säuerlich, gern wird mit einem Schuss Himbeer- oder Waldmeistersirup die nötige Süße erzeugt.

Bock
Das Bockbier ist ein vollmundiges Starkbier (mit einer Stammwürze von 16 Prozent) mit rund 7 Prozent Alkohol. Im Gegensatz zu anderen Bieren enthält Bockbier zusätzlich noch Hefe, so dass der Stammwürzegehalt noch erhöht wird.

Kölsch
Das helle, hochvergorene, obergärige Vollbier (mit einer Stammwürze von 11-16 Prozent) hat einen ganz eigenen, feinen Geschmack und feiert sich zudem ein wenig selbst durch Privilegien und Eigenwilligkeiten, die für alle Kölsch-Brauer bindend sind. Es darf nur in einem bestimmten Umfeld um die Stadt Köln herum gebraut werden.

Dunkles Lager
Das dunkle Lagerbier ist ein untergärig gebrautes Vollbier (Stammwürze ab 11 bis unter 16 Prozent). Dunkel wird unter Verwendung von mindestens 50 Prozent dunklem Malz hergestellt, wobei das Malz für die Farbe des Bieres verantwortlich ist. Das Dunkle gibt es auch in der hellen Variante – dann logischerweise ohne oder mit wenig Malz.

Weizen
Weizenbier, auch Weißbier genannt, ist wohl das bayerischste aller Biere. Es ist ein obergäriges Bier und muss mindestens zur Hälfte aus Weizenmalz hergestellt sein. Man unterscheidet zwischen Hefeweizen, das nicht gefiltert wird, und Kristallweizen, welches gefiltert und somit von den Hefepartikeln befreit wird.

Ale
Das Ale ist in Großbritannien das Bier und in den Pubs und Restaurants der Insel das Synonym für „beer“. Es präsentiert sich obergärig und zumeist bernsteinfarben sowie in der klassischen Geschmacksnote „bitter“. Allerdings mögen auch die Briten Vielfalt und so gibt es das Ale auch als Mild Ale, trockenes Pale Ale, Brown Ale, Light Ale und lang gereiftes Stock Ale. Beim Heather Ale aus Schottland kommt als Würze allen Ernstes Heidekraut zum Einsatz.

Eisbier
Eisbier ist besonders mild und weich im Geschmack. Das untergärige Bier stammt ursprünglich aus Nordamerika, wird aber seit einigen Jahren auch von deutschen Brauereien produziert. Der technische Aufwand beim Brauprozess ist allerdings hoch: Das junge Bier wird bei niedrigen Temperaturen gelagert, sodass sich Eiskristalle bilden, die die Bitterstoffe binden.

Export
Es ist kräftig im Geschmack und der Alkoholgehalt meist höher als beim Pils – um nur zwei positive Eigenschaften zu nennen. Den Namen verdankt diese dem Umstand, dass das Export durch die untergärige Brauweise länger haltbar war und dadurch damals auch über Stadt- und Landesgrenzen hinweg transportiert, bzw. exportiert werden konnte.

Rotbier
Der fruchtig-saure Drink hat seinen Ursprung in Westflandern und erhält seine typische rötliche Färbung durch die Gärung in Holzfässern. Rotbier ist selten und wird nur noch von Kleinbrauereien gebraut.

Zwickelbier
Das helle, naturtrübe Zwickelbier, dass auch als Kellerbier bekannt ist, durchläuft den Prozess der kalten Reifung nicht und zeichnet sich durch wenig Kohlensäure aus. Als Zwickelbier wurde ursprünglich die vom Braumeister mit dem „Zwickelhahn“ entnommene Probe zur Qualitätskontrolle des Gebräus bezeichnet.